Zum Inhalt springen

Inseln

Fehmarn-Urlaub planen: Sonneninsel, Wind, Strände und der kurze Weg nach Dänemark

Fehmarn im Überblick: Burg und Südstrand, Naturstrände, Kitesurfen, Leuchttürme, Vogelreservat und Fährhafen Puttgarden. Mit Standortwahl, Anreise über die Sundbrücke und Tipps für windige Tage.

Stand: 8 Min. LesezeitVon der ZOLUN Redaktion

Fehmarn ist anders als die großen Badeinseln der Ostsee. Es gibt keine prächtigen Kaiserbäder und keine Kreidefelsen, dafür weite Felder, ein großes Stück Himmel, kleine Häfen und einen Wind, der fast immer weht. Genau das macht die Insel für viele Menschen so besonders: Familien mögen die flachen Strände, Surfer und Kiter die verlässliche Brise, Radfahrer die ebenen Wege und Ruhesuchende die Abende am Leuchtturm. Und weil die Insel über eine Brücke erreichbar ist, beginnt der Urlaub ohne Fährfahrplan. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie Fehmarn aufgebaut ist und welcher Ort zu deinem Urlaub passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fehmarn liegt in der Ostsee vor der Küste Schleswig-Holsteins und ist über die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden.
  • Hauptort ist Burg auf Fehmarn. Am Südstrand in Burgtiefe liegt der bekannteste Badestrand der Insel.
  • Die Insel ist flach, landwirtschaftlich geprägt und fast überall dem Wind ausgesetzt. Das macht sie zu einem der beliebtesten Reviere für Windsurfen und Kitesurfen in Deutschland.
  • An der Nord- und Westküste gibt es ruhige Naturstrände, Leuchttürme und ein großes Vogelschutzgebiet.
  • Von Puttgarden im Norden fahren Fähren nach Rødby in Dänemark. Ein Tagesausflug ist gut machbar.

Orientierung: wie Fehmarn aufgebaut ist

Fehmarn hat grob die Form eines unregelmäßigen Vierecks. Die Fehmarnsundbrücke verbindet den Süden der Insel mit dem Festland bei Großenbrode. Wenige Kilometer weiter liegt Burg, der einzige größere Ort. Rundherum verteilen sich Dörfer, Höfe und kleine Häfen.

  • Der Süden mit Burg, Burgtiefe und dem Südstrand ist das touristische Zentrum mit Promenade, Hafen, Restaurants und Ferienwohnungen.
  • Der Westen mit Orth, Lemkenhafen und dem Vogelschutzgebiet Wallnau ist ruhiger, mit Salzwiesen, Strandseen und kleinen Häfen.
  • Der Norden mit Puttgarden, dem Grünen Brink und dem Leuchtturm Marienleuchte ist flach und offen, mit Naturstränden und dem Fährhafen.
  • Der Osten um Katharinenhof und Staberhuk hat eine etwas höhere Küste, Steinstrände und viel Ruhe.

Die Entfernungen sind klein. Von Burg erreichst du fast jeden Punkt der Insel mit dem Rad in weniger als einer Stunde. Wer ein E-Bike hat, umrundet Fehmarn an einem Tag.

Burg und der Südstrand

Burg auf Fehmarn ist ein Kleinstadtzentrum mit Backsteinkirche, Marktplatz, Geschäften, Cafés und Restaurants. Bei Regen und am Abend ist Burg der Ort, an dem auf der Insel etwas los ist. Einmal in der Woche ist Markt, im Sommer gibt es Feste und Konzerte.

Ein kurzes Stück südlich liegt Burgtiefe mit dem Südstrand. Der feine Sandstrand fällt flach ins Wasser ab, hinter ihm verläuft eine Promenade mit Strandkörben, Kiosken und Spielplätzen. Für Familien mit kleinen Kindern ist er der bequemste Strand der Insel. Direkt nebenan liegt der Burger Binnensee, ein ruhiges Gewässer, auf dem viele Anfänger ihre ersten Versuche mit Surfbrett oder Stand-up-Paddle machen.

Rund um den Südstrand findest du die meisten Hotels, Ferienwohnungen und Appartementanlagen. Wer abends gern zu Fuß essen geht und morgens ohne Auto zum Strand möchte, wohnt hier am praktischsten.

Naturstrände und ruhige Küste

Wer Weite und weniger Betrieb sucht, findet an der Nord- und Westküste wunderbare Strände.

  • Grüner Brink im Norden ist ein langer Naturstrand vor einem Naturschutzgebiet mit Strandseen und Dünen. Hier gibt es kaum Bebauung, dafür viel Himmel und oft Vögel.
  • Wulfener Hals im Südwesten ist eine Landzunge mit Strand, Campingplätzen und Surfschulen.
  • Katharinenhof im Osten liegt unterhalb einer kleinen Steilküste. Der Strand ist teils steinig, dafür ist es hier ruhig und naturnah.
  • Strände bei Gold und Puttgarden im Norden sind bei Surfern beliebt und bieten an ruhigen Tagen auch Badegästen Platz.

Viele Abschnitte sind nicht bewacht. Achte auf die Hinweise vor Ort, bade nicht allein und meide Bereiche bei Buhnen und Strömung. Gerade bei ablandigem Wind treiben Luftmatratzen und Schwimmtiere schnell hinaus. Die wichtigsten Regeln stehen im Ratgeber Sicher baden am Meer.

Wind und Wassersport

Fehmarn hat kaum Wald und keine Berge, die den Wind bremsen. Deshalb ist die Insel eines der bekanntesten Reviere für Windsurfen und Kitesurfen in Deutschland. Je nach Windrichtung finden Sportler immer eine Küste mit passenden Bedingungen, ob Stehrevier im flachen Wasser oder Wellen an der offenen See.

Für Einsteiger gibt es mehrere Surf- und Kiteschulen, die Kurse für Kinder und Erwachsene anbieten. Gut zu wissen:

  • Anfänger lernen im Flachwasser. Binnenseen und flache Buchten sind sicherer als die offene Ostsee.
  • Kitesurfen nur mit Kurs. Kites entwickeln viel Kraft. Ohne Einweisung ist der Sport gefährlich für dich und andere.
  • Kitezonen beachten. An Badestränden und in Schutzgebieten ist Kiten nicht überall erlaubt. Die erlaubten Bereiche sind ausgeschildert.
  • Neoprenanzug einpacken. Auch im Sommer ist das Wasser oft so frisch, dass ein Anzug längere Sessions angenehmer macht.

Auch für Segler ist Fehmarn ein Ziel: In Burgtiefe, Orth und Lemkenhafen liegen Häfen, von denen aus Törns zu den dänischen Inseln möglich sind.

Natur, Vögel und Leuchttürme

An der Westküste liegt das Wasservogelreservat Wallnau, ein Schutzgebiet mit Teichen, Wiesen und Beobachtungsständen. Im Frühjahr und Herbst rasten hier Tausende Zugvögel, im Sommer brüten zahlreiche Arten. Ein Besucherzentrum erklärt, was du siehst. Ein Fernglas lohnt sich. Wenn dich Vogelzug an der Küste interessiert, lies auch den Ratgeber Seehunde und Zugvögel.

Fehmarn hat mehrere Leuchttürme, die zu den schönsten Fotomotiven der Insel gehören: Flügge im Südwesten, Marienleuchte im Norden, Westermarkelsdorf im Nordwesten und Staberhuk im Südosten. Der Leuchtturm Flügge kann zu bestimmten Zeiten bestiegen werden und bietet einen weiten Blick über Insel und Sund. Eine Radtour von Leuchtturm zu Leuchtturm ist ein schöner Tagesplan.

In Lemkenhafen steht eine alte Windmühle, die als Museum geöffnet ist, und der kleine Hafen mit seinen Fischerbooten ist am Abend besonders stimmungsvoll.

Ausflug nach Dänemark

Vom Fährhafen Puttgarden im Norden fahren regelmäßig Fähren nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland. Die Überfahrt dauert rund eine Dreiviertelstunde. Ein Tagesausflug, auch zu Fuß oder mit dem Rad, ist gut möglich.

  • Nimm einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. An der dänischen Grenze wird teilweise kontrolliert.
  • In Dänemark zahlst du mit Dänischen Kronen, Karten werden fast überall akzeptiert.
  • Auf Lolland locken Strände, kleine Orte und ein großer Safaripark, der bei Familien beliebt ist.

Zwischen Fehmarn und Lolland entsteht ein Tunnel unter dem Fehmarnbelt, der die Fahrt nach Dänemark in Zukunft verkürzen soll. Bis zur Fertigstellung bleiben die Fähren die Verbindung, und rund um die Baustellen kann es Umleitungen geben.

Welcher Standort passt zu dir?

Wenn du suchst …dann passt besonders
Strand, Promenade und Restaurants zu FußBurgtiefe, Südstrand
Kleinstadtleben und EinkaufenBurg
Surfen, Kiten, Camping am WasserWulfener Hals, Gold, Grüner Brink
Ruhe, Natur und VogelbeobachtungWestküste um Wallnau, Orth
Hafenatmosphäre im KleinenLemkenhafen, Orth
Abgeschiedenheit und SteilküsteKatharinenhof, Staberhuk

Auf Fehmarn gibt es viele Ferienwohnungen auf Bauernhöfen, Campingplätze direkt am Wasser und Appartements am Südstrand. Welche Unterkunftsart zu welcher Reise passt, vergleicht der Ratgeber Hotel, Pension, Ferienwohnung oder Bauernhof?.

Anreise und unterwegs auf der Insel

Mit dem Auto: Über die Autobahn und die Bundesstraße erreichst du von Lübeck aus schnell die Fehmarnsundbrücke. Die Brücke ist dem Wind stark ausgesetzt. Bei Sturm kann sie für Wohnwagen, Gespanne und andere windempfindliche Fahrzeuge gesperrt werden. Wenn du mit Anhänger oder Wohnmobil reist, prüfe vor der Fahrt die Verkehrsmeldungen.

Mit der Bahn: Regionalzüge fahren von Lübeck in Richtung Fehmarn. Wegen der Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Fehmarnbeltquerung kommt es auf der Strecke immer wieder zu Sperrungen und Ersatzverkehr mit Bussen. Prüfe die aktuelle Verbindung deshalb kurz vor der Reise. Im Regionalverkehr gilt das Deutschlandticket, mehr dazu im Ratgeber Mit dem Deutschlandticket in den Urlaub.

Mit dem Fahrrad: Die Insel ist flach und hat ein gutes Netz aus Radwegen und ruhigen Landstraßen. Der Gegenwind ist die einzige echte Steigung. Plane Touren so, dass du mit Rückenwind nach Hause fährst. Auf dem Festland gegenüber führt der Ostseeküstenradweg weiter Richtung Heiligenhafen und Lübecker Bucht. Tipps zu Leihrädern und Gepäck stehen im Ratgeber Fahrrad im Urlaub.

Vor Ort: Für Strand und Promenade wird eine Kurabgabe erhoben, meist über die Unterkunft. Strandkörbe kannst du an den bewirtschafteten Stränden tage- oder wochenweise mieten. Hintergründe im Ratgeber Strandkorb und Kurtaxe.

Reisezeit und Wetter

Fehmarn gilt als eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Der Wind sorgt allerdings dafür, dass es sich oft kühler anfühlt, als das Thermometer zeigt.

  • Juni bis August ist Badesaison. In den Sommerferien sind Südstrand, Campingplätze und Ferienwohnungen gut gefüllt.
  • Mai und September sind ideal für Radtouren und Vogelbeobachtung. Das Wasser ist im September oft noch wärmer als im Juni.
  • Frühjahr und Herbst bringen kräftigen Wind und damit die besten Bedingungen für erfahrene Surfer und Kiter.
  • Im Winter ist die Insel sehr ruhig. Viele Betriebe schließen, dafür gehören dir Strand und Leuchttürme fast allein.

Mehr dazu im Ratgeber Beste Reisezeit für Urlaub in Deutschland.

Tipps für windige und graue Tage

  • Windschutz mitnehmen. Eine Strandmuschel oder ein Windschutz macht den Strandtag an der offenen Küste deutlich angenehmer.
  • Die Leeseite wählen. Weht der Wind vom Land aufs Meer, ist es am Strand oft ruhiger, aber Schwimmtiere treiben schneller ab.
  • Burg erkunden. Cafés, kleine Museen und Geschäfte füllen einen Regentag gut.
  • Ans Festland fahren. Heiligenhafen mit Seebrücke und Hafen liegt gleich hinter der Brücke.

Weitere Ideen findest du im Ratgeber Regentage im Urlaub.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  1. Den Wind unterschätzen. Sonnenbrand kommt bei kühlem Wind besonders schnell, weil man die Sonne kaum spürt.
  2. Mit dem Gespann bei Sturm losfahren. Prüfe vorher, ob die Sundbrücke für Anhänger frei ist.
  3. Ohne Kurs mit dem Kiten anfangen. Das ist gefährlich und an vielen Stränden verboten.
  4. Nur den Südstrand kennen. Die Naturstrände im Norden und Westen zeigen eine ganz andere Insel.
  5. Den Ausweis für Dänemark vergessen. An der Grenze wird teilweise kontrolliert.

Häufige Fragen

Ist Fehmarn für Familien geeignet?

Ja. Der flache Südstrand, viele Spielplätze, Ferienhöfe mit Tieren und kurze Wege machen Fehmarn sehr familienfreundlich. Ein Windschutz für den Strand gehört ins Gepäck. Weitere Tipps im Ratgeber Urlaub in Deutschland mit Kindern.

Wie lange braucht man, um Fehmarn kennenzulernen?

Für einen ersten Eindruck reichen drei bis vier Tage. Wer surfen lernen, Radtouren machen und einen Ausflug nach Dänemark einplanen möchte, bleibt besser eine Woche.

Kann man auf Fehmarn ohne Auto Urlaub machen?

Ja, wenn du in Burg oder am Südstrand wohnst. Mit Rad, Bus und gelegentlichen Taxifahrten kommst du gut zurecht. Für die Anreise mit der Bahn solltest du wegen der Bauarbeiten die aktuellen Verbindungen prüfen. Weitere Inseln findest du unter Inseln.

Weiter auf Kurs

Passende Ratgeber