Dresden als Städtereise: Altstadt, Neustadt, Elbe und Ausflüge in die Sächsische Schweiz
Dresden für Erstbesucher: Frauenkirche, Zwinger, Grünes Gewölbe, die bunte Neustadt, Raddampfer auf der Elbe, Ausflüge zur Bastei und ein Plan für zwei bis drei Tage.
Dresden ist eine Stadt der großen Gegensätze. Auf der einen Seite der Elbe steht eine barocke Altstadt, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in Jahrzehnten wieder aufgebaut wurde, mit Kuppeln, Türmen und Palästen, die abends im warmen Licht leuchten. Auf der anderen Seite liegt die Neustadt mit Hinterhöfen, Kneipen, Street-Art und einem der lebendigsten Szeneviertel im Osten Deutschlands. Dazwischen fließt die Elbe durch breite Wiesen, auf denen historische Raddampfer fahren. Und eine halbe Stunde entfernt beginnt mit der Sächsischen Schweiz eine der eindrucksvollsten Felslandschaften Europas. Dieser Ratgeber hilft dir, all das in zwei bis drei Tagen zu verbinden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt liegen nah beieinander und sind gut zu Fuß zu erreichen.
- Für das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss brauchst du ein Zeitticket. Buche es vorab.
- Die Neustadt auf der anderen Elbseite ist das Viertel für Cafés, Kneipen und Abende.
- Historische Raddampfer fahren auf der Elbe nach Pillnitz und in die Sächsische Schweiz.
- Mit der S-Bahn bist du in einer guten halben Stunde am Fuß der Bastei.
Die Altstadt
Die Frauenkirche am Neumarkt ist das Symbol Dresdens. Die barocke Kirche mit ihrer mächtigen steinernen Kuppel wurde im Februar 1945 zerstört und blieb jahrzehntelang eine Ruine. Mit Spenden aus aller Welt wurde sie wieder aufgebaut und 2005 neu geweiht. Dunkle Steine in der hellen Fassade stammen aus der alten Kirche. Der Innenraum ist hell und festlich, und von der Kuppel hast du einen weiten Blick über Stadt und Elbe. Die Kirche ist ein Gotteshaus: Bei Gottesdiensten und Konzerten ist die Besichtigung eingeschränkt.
Der Zwinger ist eine prachtvolle barocke Anlage mit Pavillons, Galerien und einem großen Innenhof. Hier ist die Gemäldegalerie Alte Meister untergebracht, deren berühmtestes Werk die Sixtinische Madonna von Raffael ist. Weitere Museen zeigen Porzellan, wissenschaftliche Instrumente und Waffen.
Die Semperoper am Theaterplatz ist eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Wer keine Vorstellung besucht, kann an einer Führung teilnehmen. Restkarten für Vorstellungen gibt es manchmal kurzfristig.
Das Residenzschloss beherbergt mehrere Museen, darunter das Grüne Gewölbe, eine der reichsten Schatzkammern Europas mit Juwelen, Goldschmiedekunst und kostbaren Kunstwerken. Das Historische Grüne Gewölbe zeigt die Schätze in den originalen barocken Räumen. Für den Besuch brauchst du ein Ticket mit festem Einlass.
An der Außenwand des Stallhofs zieht sich der Fürstenzug entlang, ein über hundert Meter langes Wandbild aus Meißner Porzellanfliesen, das die Herrscher Sachsens in einer langen Reiterprozession zeigt.
Brühlsche Terrasse und Elbufer
Die Brühlsche Terrasse hoch über der Elbe wird oft als Balkon Europas bezeichnet. Von hier blickst du über den Fluss auf die Neustadt und die Elbwiesen. Am Abend, wenn die Kuppeln und Türme der Altstadt angestrahlt werden, ist ein Spaziergang hier besonders schön. Unterhalb der Terrasse legen die Raddampfer ab.
Ein Klassiker ist der Blick von der Neustädter Seite der Elbe auf die Altstadtsilhouette, den sogenannten Canaletto-Blick, benannt nach dem Maler, der ihn im 18. Jahrhundert festhielt. Am schönsten ist er am frühen Abend.
Die Neustadt
Über die Augustusbrücke gelangst du in die Innere Neustadt. Am Neustädter Markt glänzt der Goldene Reiter, eine Statue Augusts des Starken. Die Hauptstraße führt als breite Allee nach Norden.
Weiter nördlich beginnt die Äußere Neustadt, das Szeneviertel der Stadt. Hier findest du kleine Läden, Cafés, internationale Restaurants, Kneipen und Musikclubs. Ein Höhepunkt ist die Kunsthofpassage, eine Folge von Innenhöfen mit fantasievoll gestalteten Fassaden. An einem Haus läuft bei Regen Wasser über ein Rohrsystem an der Wand und erzeugt Musik.
Ganz in der Nähe liegt Pfunds Molkerei, ein Milchladen von 1880 mit handbemalten Fliesen, der als einer der schönsten Läden der Welt gilt.
Mit dem Raddampfer auf der Elbe
Dresden hat eine Flotte historischer Raddampfer, die zu den ältesten und größten ihrer Art weltweit gehört. Die Schiffe fahren in der Saison von der Altstadt elbaufwärts und elbabwärts.
- Nach Pillnitz: Vorbei an den Elbschlössern und unter dem Blauen Wunder, einer Stahlbrücke aus dem 19. Jahrhundert, hindurch bis zum Schloss Pillnitz mit seinem Park und den chinesisch inspirierten Palais am Ufer.
- In die Sächsische Schweiz: Elbaufwärts bis nach Rathen, Königstein oder Bad Schandau durch die Felslandschaft.
- Nach Meißen: Elbabwärts zur Porzellanstadt mit Burg und Dom.
Flussaufwärts dauert die Fahrt deutlich länger als zurück. Viele fahren mit dem Schiff hin und mit der S-Bahn zurück.
Am Blauen Wunder in Loschwitz fahren außerdem zwei historische Bergbahnen auf die Elbhänge: eine Standseilbahn und eine Schwebebahn, beide mit schönem Blick über das Tal.
Ausflüge ins Umland
Sächsische Schweiz: Südöstlich von Dresden ragen bizarre Sandsteinfelsen aus dem Elbtal. Das bekannteste Ziel ist die Bastei mit der steinernen Basteibrücke, von der du tief hinunter auf die Elbe blickst. Mit der S-Bahn fährst du nach Kurort Rathen, setzt mit einer kleinen Fähre über die Elbe und steigst auf einem Wanderweg hinauf. Die Festung Königstein auf einem Tafelberg ist ein weiteres lohnendes Ziel. Komm früh, denn an Wochenenden ist es an der Bastei sehr voll.
Moritzburg: Das Jagdschloss Moritzburg liegt wie eine Insel in einem großen Teich nördlich der Stadt. Viele kennen es als Filmkulisse eines beliebten Weihnachtsmärchens. Von Radebeul fährt eine historische Schmalspurbahn mit Dampflok dorthin.
Meißen: Die Porzellanstadt mit Albrechtsburg und Dom ist mit der S-Bahn in rund einer halben Stunde erreichbar. Mehr im Ratgeber Kleine Altstädte in Deutschland.
Radebeul: Am Fuß der Weinberge elbabwärts liegen Weingüter, in denen du sächsischen Wein probieren kannst.
Essen in Dresden
- Dresdner Christstollen ist das berühmteste Gebäck der Stadt, besonders in der Adventszeit.
- Eierschecke ist ein sächsischer Blechkuchen mit Quark und einer Schicht aus Eiercreme, perfekt zum Nachmittagskaffee.
- Quarkkäulchen sind kleine gebratene Quarkpfannkuchen mit Apfelmus.
- Sauerbraten und Klöße sind der deftige Klassiker in traditionellen Gaststätten.
- Sächsischer Wein aus dem Elbtal ist eine Entdeckung, besonders Weißweine.
In der Neustadt findest du eine große Auswahl an internationaler, vegetarischer und veganer Küche.
Ein Blick in die Geschichte
Wer Dresden besucht, begegnet der Geschichte auf Schritt und Tritt. Unter August dem Starken und seinen Nachfolgern wurde die Stadt im 18. Jahrhundert zu einer der prächtigsten Residenzen Europas. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zerstörten Luftangriffe im Februar 1945 große Teile der Innenstadt, Zehntausende Menschen kamen ums Leben. Zu DDR-Zeiten wurden einige Bauten wie Zwinger und Semperoper wiederhergestellt, die Frauenkirche blieb als Mahnmal eine Ruine. Erst nach der Wiedervereinigung entstand der Neumarkt mit seinen Bürgerhäusern neu. Diese Schichten aus Glanz, Zerstörung und Wiederaufbau prägen die Stadt bis heute. Ausstellungen in der Frauenkirche und in den städtischen Museen erzählen davon.
Unterwegs in der Stadt
Dresden hat ein gutes Straßenbahnnetz, mit dem du alle Viertel erreichst. Das Deutschlandticket gilt in Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen der Region, für die Raddampfer und die Bergbahnen brauchst du eigene Tickets. Die Altstadt ist kompakt und am besten zu Fuß zu erkunden. Mit dem Fahrrad fährst du auf dem Elberadweg bequem am Fluss entlang. Mehr dazu im Ratgeber Fahrrad im Urlaub.
Dresden hat zwei große Bahnhöfe: den Hauptbahnhof südlich der Altstadt und den Bahnhof Neustadt. Wie du entspannt mit dem Zug anreist, erklärt der Ratgeber Mit der Bahn in den Urlaub.
Ein Plan für zwei bis drei Tage
Tag 1: Altstadt
- Vormittag: Frauenkirche mit Kuppelaufstieg, Neumarkt, Fürstenzug.
- Mittag: Mittagessen in der Altstadt.
- Nachmittag: Zwinger mit Gemäldegalerie oder Residenzschloss mit Grünem Gewölbe.
- Abend: Spaziergang über die Brühlsche Terrasse, Konzert oder Oper.
Tag 2: Neustadt und Elbe
- Vormittag: Über die Augustusbrücke zum Goldenen Reiter und in die Äußere Neustadt mit Kunsthofpassage.
- Nachmittag: Raddampfer nach Pillnitz, zurück mit Bus und Straßenbahn oder dem Schiff.
- Abend: Essen und Ausgehen in der Neustadt.
Tag 3: Sächsische Schweiz
- Mit der S-Bahn nach Kurort Rathen, Wanderung zur Bastei, weiter nach Königstein oder Bad Schandau, zurück mit Bahn oder Schiff.
Wie du ein Städtewochenende generell planst, erklärt der Ratgeber Städtewochenende planen.
Reisezeit
- Frühling und Herbst sind ideal für Stadt und Sächsische Schweiz: angenehme Temperaturen, weniger Gedränge.
- Sommer ist Hochsaison für Raddampfer und Elbwiesen, mit Open-Air-Veranstaltungen am Fluss.
- Advent ist Striezelmarktzeit, dann ist die Stadt voller Lichter und Besucher. Mehr dazu im Ratgeber Weihnachtsmärkte in Deutschland besuchen.
- Winter ist ruhig, ideal für Museen und Konzerte.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Das Grüne Gewölbe ohne Zeitticket ansteuern. Die Einlässe sind begrenzt und oft ausgebucht.
- Nur die Altstadt sehen. Die Neustadt zeigt ein ganz anderes Dresden.
- Am Wochenende mittags zur Bastei. Früh starten oder einen Wochentag wählen.
- Mit dem Dampfer elbaufwärts zurückfahren wollen. Die Fahrt gegen die Strömung dauert lange.
- Die Frauenkirche während eines Gottesdienstes besichtigen wollen. Prüfe die Öffnungszeiten.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Dresden?
Für Altstadt und Neustadt reichen zwei Tage. Mit einem dritten Tag kommt die Sächsische Schweiz dazu, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Ist Dresden mit Kindern interessant?
Ja. Raddampferfahrten, die Bergbahnen in Loschwitz, Moritzburg mit der Schmalspurbahn, der Zoo und Wanderungen in der Sächsischen Schweiz begeistern Kinder. Tipps im Ratgeber Urlaub in Deutschland mit Kindern.
Lässt sich Dresden mit Berlin kombinieren?
Gut. Mit dem Zug liegen die beiden Städte rund zwei Stunden auseinander. Tipps für die Hauptstadt im Ratgeber Berlin beim ersten Besuch. Weitere Städte findest du unter Städtereisen.